Meilensteine
1997: Nach dem Bezug von Räumlichkeiten in Thusis, dem ersten Ort
unserer Tätigkeit, ermöglichte eine bedeutende von der Stiftung Pro
Patria gesprochene Summe den Betrieb in den ersten beiden Jahren.
Damit verbunden war auch eine erste Anerkennung der Idee auf
nationaler Ebene.
1997: Zeitgleich wurde der "Förderverein
Frauenkulturarchiv Graubünden" gegründet, der in den Jahren 1997 bis
2005 kontinuierlich gewachsen ist und zuletzt rund 200 Mitglieder
zählte. Der Förderverein beschaffte in diesem Zeitraum rund 80'000
Franken an Spenden der
Vereinsmitglieder.
Dem Archiv ist es innert kürzester Zeit gelungen,
eine dichte Sammlung von Vereinsakten aller wichtigen
Frauenorganisationen Graubündens und temporärer Fraueninitiativen (auch
in Politik, Sozialwesen, Bildung, Gesundheit und Kultur) zu sichern.
Damit ist es heute möglich, die Aktivitäten und den Einfluss dieser
Organisationen auf das öffentliche Leben in Graubünden zu untersuchen.
Das Frauenkulturarchiv pflegt bewusst eine
publikumsnahe Öffentlichkeitsarbeit und erreicht mit seiner Publikation
"Hortensia" (dreimal jährlich, 1997-2005) und Veranstaltungen im
Bereich von Politik und Kultur breite Schichten. Nach einer "Denkpause"
soll die "Hortensia" im 2007 oder 2008 in neuer Form wieder erstehen.
In diesen Zusammenhang gehört die Absicht der
Stifterinnen, das Frauenkulturarchiv von Beginn weg als "Archiv plus"
zu positionieren, d.h. als "Ort der Erinnerung", um damit die bei Frauen
bestehende Hemmung gegenüber klassischen Archiven zu nehmen. Dies mit
intensivem persönlichem Kontakt, der Nähe und Unmittelbarkeit
schafft und der sie davon überzeugt, wie wichtig das Archivieren ihrer
Dokumente für die Geschichte und die Geschichtsschreibung ist.
Ein weiteres Instrument war und ist das Angebot von
"Archivierungskursen" für Vereine und Privatpersonen, in denen
praxisnah Aufbau und Organisation eines Archivs vermittelt werden.
Einen wichtigen Meilenstein wurde im Jahr
2000 erreicht, als die Kulturförderung des Kantons Graubünden einen jährlichen
Betriebsbeitrag sprach.
2000: "fraubünden" erhält als Forschungsprojekt zur
Frauen- und Geschlechtergeschichte finanzielle Unterstützung des Kantons
und wird zu einem der offiziellen Projekte zur 200-Jahr-Feier des
Kantons Graubünden 2003.
2003: Seit rund drei Jahren wird das Archiv als
Kooperationspartner anderer wichtiger Kulturinstitutionen oder
Kulturorganisationen wahrgenommen und z.B. zu Vorträgen eingeladen oder
zu gemeinsam organisierten Veranstaltungen. Dazu gehören das
Staatsarchiv Graubünden, die Kantonsbibliothek Graubünden, das Institut
für Bündner Kulturforschung, die Historische Gesellschaft Graubünden,
die nationale Stiftung Science et Cité.
2005: Der "Förderverein Frauenkulturarchiv Graubünden"
wurde Ende 2005 aufgelöst, um Doppelspurigkeiten bei der
Mittelbeschaffung zu beseitigen. Gleichzeitig wurde der Entwicklung
Rechnung getragen, dass eine Mitgliedschaft in einem Verein weniger
attraktiv ist, als eine Gönnerinnenschaft. Die Hauptaufgabe des
Fördervereins, den Aufbau des Archivs zu unterstützen, ist erfüllt.